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Marc Baumhöfener

von Marc Baumhöfener
am 20. November 2019 unter Allgemeines

Artikel von Marc:

Tagesausflug in den Hangwind

Samstag, 12.10.2019 – 10:00. Ein letzter Blick in den Wetterbericht. „Wind aus Süden, 30 km/h.“ Das bedeutet: HANGWIND!

Treffen um 11:00 auf dem Flugplatz Bielefeld. Erfahrene und weniger erfahrene Piloten bereiten sich auf den Abflug vor. Dazu gehört unter anderem, das Flugzeug vom Typ Duo Discus zu checken und den Flug zu planen. Heute geht es nach Norden: das Wiehengebirge ist unser Ziel.

11:30, das Segelflugzeug hebt hinter unserem Schleppflugzeug ab. Nur wenige Minuten später ist die Strecke überwunden und wir klinken aus. Von nun an sind wir auf uns gestellt, doch der zuverlässige Hangwind am Kaiser-Wilhelm-Denkmal spendet uns schon bald Auftrieb.

12:30, nachdem wir – Thermikflieger – uns an den Hangaufwind gewöhnt haben, vergrößert sich unser Flugradius. Es geht von Lübbecke bis an den Süntel und das mit einer Geschwindigkeit von mehr als 150 km/h bei Höhen zwischen 150 und 200 Meter über Grund. Das Gefühl? Überwältigend!

Ein traumhaftes Gefühl, am Kaiser Wilhelm und der Wittekindsburg vorbeizufliegen – alles scheint zum Greifen nahe. Bei einer solchen Kulisse muss man das Fliegen einfach lieben!

Adrian Dietrich, Flugschüler

14:00 Porta Westfalica, die erste Crew hat das Flugzeug auf dem Flugplatz Porta gelandet. Nun folgt ein Besatzungswechsel, denn jeder soll heute die Chance haben, diese besondere Wetterlage auszunutzen.

17:00, nun ist es Zeit für den Rückflug. Der Duo Discus muss nach Bielefeld zurück. Im Flugzeug-Schlepp geht es mit versammelter Mannschaft in Richtung Süden und schon bald ist das Flugzeug geputzt und in der Halle verstaut.

19:00 Bielefeld, als Abschluss für einen solch gelungenen Flugtag darf die anschließende Gesprächsrunde im Clubheim nicht fehlen. Bei Kaltgetränken und Bratwurst werden die Tageserlebnisse ausgetauscht.

Um euch das Prinzip des Hangwindes näher zu bringen, haben wir während unseres Fluges einige Videoaufnahmen gemacht!

Die Technik dahinter

Da sich Segelflieger insbesondere im Winter nicht auf thermische Aufwinde verlassen können, wird eine andere Art des Auftriebs genutzt: Der Hangwind.

Sobald ein frischer Wind auf einen steilen Berghang trifft, wird dieser im Luv nach oben abgelenkt. Diesen aufwärts gerichteten Luftstrom fliegt ein Segelflugzeug an. Dabei ist permanentes Steigen entlang des gesamten Hangs zu erwarten. Auf der Lee-Seite des Hangs ist die Luft turbulent und sinkt. Diesen Bereich versuchen wir natürlich zu meiden 😉